20
März
2014

Elvan stellt sich vor

Heute ist Internationaler Kinder- und Jugendtheatertag. Der Internationale Kinder- und Jugendtheatertag findet am 20. März statt. Er fand auf Initiative der ASSITEJ International, dem weltweiten Netzwerk zur Förderung der darstellenden Kunst für junges Publikum, erstmals im Jahr 2001 statt und gewinnt seither in vielen Ländern der Erde mehr und mehr an Bedeutung.

Zu diesem Anlass möchten wir eines der Mädchen vorstellen, welche bei uns mitgespielt haben und haben ein Interview mit Elvan geführt.

Interview mit Elvan

Hallo Elvan,

elvan 2bitte stell Dich uns kurz vor.
Ich heiße Elvan Dogan, bin 17 Jahre alt. Ich komme aus der Türkei und wohne in München. Mein Hobby ist Fußballspielen.

Hast Du Haustiere?
Ja, wir haben 3 Katzen aus der Türkei mitgebracht.

Wie bist Du auf das Projekt Tierschutztheater gestoßen?
Ich wurde von Kathrin, der Gründerin, direkt angesprochen.

Was hat Dich zur Teilnahme bewegt?
Ich liebe Tiere und wollte mal auf die Schauspielschule gehen.

Wie alt warst Du damals?
Ich war 12 Jahre alt.

Wo hast Du überall mitgespielt?
Am Tierrechtstag in München, dem Tag der Tiere in Augsburg, ein Gastspiel in Frankfurt und am Ökumenischen Kirchentag in München.

Um was ging es in den Stücken, in denen Du mitgespielt hast?
Bei Stumme Helden ging es um Tierversuche und bei Rose's Memories ging es um eine alte Frau, die von einen Engel besucht wird, welcher ihr Fehler in ihrer Vergangenheit aufzeigt.

Was für Rollen hast Du gespielt?
Bei Stumme Helden einen traurigen Hund und bei Rose's Memories die Nichte der alten Frau.

Welches war Deine Lieblingsrolle, was hat am meisten Spaß gemacht?
Mir hat die Rolle mit den traurigen Hund gefallen, weil ich gelernt habe, wie sich ein Tier fühlt.

Wie hast Du die praktische Umsetzung empfunden?
War super, hat alles Spaß gemacht.

Und was fandest Du nicht so gut bzw. sollte anders gestaltet werden?
Was ich nicht so gut fand, war, dass es unzuverlässige in der Gruppe gab, die einfach nicht zu bestimmten Anlassen gekommen sind. Bei der Theateraufführung in Augsburg hat mich gestört, dass wir keine Bühne hatten und auf dem Boden unseren Auftritt führen mussten.

War es für Dich ein positives Erlebnis, hat es Spaß gemacht?
Ja, ich konnte vieles miterleben. Bei einem Auftritt bekamen wir eine Spende von 30 Euro und waren dann noch Essen, was sehr schön war in der Gruppe.

Konntest Du Erfahrung sammeln, bzw. hast Du in irgendeiner Form von der Teilnahme profitiert?
Ich konnte Schauspielerfahrung sammeln und habe neue Freunde gefunden.

Würdest Du wieder mitspielen?
Mitspielen würde ich sehr gerne, aber da ich momentan in der Lehre bin und viel lernen muss, habe ich die Zeit nicht. Ich probiere aber trotzdem, nebenbei noch zu helfen.

Würdest Du das Projekt Deinen Freunden empfehlen?
Ja klar.

Hat sich Deine Einstellung zum Umgang mit Tieren geändert?
Da ich Tiere schon immer liebe und mit denen auch groß geworden bin, hat sich nicht viel verändert, aber ich hab vieles dazugelernt.

Denkst Du, dass das Stück andere Menschen zum Nachdenken anregt?
Klar, weil man dadurch auch mitbekommt, wie sich Tiere fühlen.

Möchtest Du uns sonst noch etwas sagen?
Nein.

Vielen Dank für das Interview Elvan!

Für dieses Interview liegt uns die freundliche Zustimmung von Elvans Mutter vor.

 

Categories: Darstellerinterviews

17
März
2014

Hurra! - wir werden ein e.V.

Das Tierschutztheater feiert 5-jähriges bestehen und wandelt sich zueinem e.V.

Unser Projekt Tierschutztheater wurde bereits 2009 gegründet. Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Tierrechtstages auf dem Münchner Marienplatz, wurde nach geeigneten Bühnendarbietungen gesucht. Ich, Kathrin Eva Schmid, die Gründerin, schlug eine Theateraufführung vor und inszenierte erfolgreich ein Bühnenstück gegen Tierversuche. Die Vorstellung erweckte unerwartet großes Zuschauerinteresse und so wurde jedes Jahr ein neues Projekt realisiert und umgesetzt.

Logo eV sRGB 144dpiDieses Jahr erleben wir sogar ein 5 jähriges Jubiläum - ein würdiger Anlass, das stets gemeinnützige Projekt anhand Vereinsgründung, künftig noch mehr Menschen zugänglich zu machen.

Heute fand die Gründerversammlung statt, in welcher, wie nicht anders zu erwarten war, von allen sieben Anwesenden, die Gründung des Vereines einstimmig beschlossen wurde. Die Eintragung ins Vereinsregister wird nun zeitnah vom gewählten Vorstand beantragt.

Die künftigen Vereinsziele sollen die Förderung des Tierschutzes und der Tierrechte umfassen, sowie die Zusammenführung von Menschen unterschiedlichster Art und unterschiedlichsten Alters, im gemeinsamen kreativen Engagement für die Tiere. Desweiteren ist auch die Förderung von Talenten im kreativen Bereich angedacht, sofern diese sich für Tierschutz einsetzen.DSC00391

Stolz auf das bisher erreichte blicken wir zurück und motiviert streben wir eine deutliche Steigerung an. Die Umwandlung des bisher dachlosen Projektes in einen eingetragenen Verein, ist hierzu der erste und notwendigste Schritt.

Categories: aus dem Verein / Aktionen

15
März
2014

Heute ist Weltverbrauchertag

Der Weltverbrauchertag ist ein Aktionstag der internationalen Verbraucherorganisation Consumers International, an dem auf Verbraucherbelange öffentlich aufmerksam gemacht wird. Er wird seit dem Jahr 1983 jährlich am 15. März begangen. Der Weltverbrauchertag geht zurück auf den US-Präsidenten John F. Kennedy, der am 15. März 1962 vor dem amerikanischen Kongress grundlegende Verbraucherrechte proklamierte.

Zu diesem Anlass möchten wir auf ein sehr wichtiges, hochaktuelles Thema aufmerksam machen. Der Pelzhandel boomt wie nie zuvor, vor allem Dank ausgeklügelter Verbrauchertäuschung und einer trickreichen „Die-Masse-machts“-Strategie, mit welcher dem Verbraucher so gut wie überall kleine Anteile Pelz (z. B. Pelzbesatz am Kragen, Mützenbommel) untergeschoben werden.

Vorweg, Pelzgewinnung ist nochmal um ein vielfaches grausamer als die Gewinnung von Fleisch. Um das wertvolle Fell nicht zu beschädigen, werden spezielle Tötungsverfahren angewendet, welche besonders grausam und schmerzvoll sind.

Was viele Menschen nicht wissen: Viele Felle stammen aus China, wo überhaupt keine Richtlinien zum Schutz der Tiere gibt. Sie werden dort totgeknüppelt, ausgeblutet oder mit Drahtschlingen erdrosselt. Doch die Grausamkeit lässt sich noch steigern. Viele Tiere werden sogar bei lebendigem Leibe gehäutet.

So unvorstellbar das auch klingen mag, es geschieht leider tatsächlich und ist in diesem Land nicht einmal ungewöhnlich. Die unausgebildeten Arbeiter packen die Tiere einfach, schlagen ihre Körper mehrmals auf den Boden oder gegen die Wand. Wenn das Tier daran nicht stirbt, stört das die Arbeiter auch nicht weiter. Sie beginnen, das Tier bei lebendigem Leibe zu häuten. Wenn es sich dabei zu heftig wehrt, wird ihm einfach noch einige Male stark auf den Kopf geschlagen.

Nach der Häutung werden die Tiere auf einen Haufen von ihren Artgenossen geworfen und verenden qualvoll. Das Herz der Tiere schlägt noch bis zu 10 Minuten nach der Häutung. Die Tiere müssen das Schicksal ihrer Leidensgenossen mit ansehen, müssen zusehen, wie sich die Arbeiter zu ihnen vorarbeiten.

P1000021Bei den Tieren handelt es sich vielfach um Hunde oder Katzen. Einige tragen noch Halsbänder woran man erkennen kann, dass sie Haustiere sind, die irgendjemand gehören, sie wurden einfach eingefangen.

Da in Europa kaum jemand einen Hunde- oder Katzenpelz kaufen würde, erfand man einfach Phantasienamen. So werden Katzenfelle häufig als “Maopee”, “Bergkatze”, “Goyangi” oder “Genotte” vermarktet und Hundefelle als “asiatischer Wolf” “asiatischer Waschbär”, “Dogue de Chine”, “Loup d’Asie.” oder „Gaewolf“. Alles ganz legal.

Seit dem 1. Januar 2009 gibt es zwar ein EU-weites Import-Verbot für Haustier-Felle, dieses wird jedoch immer wieder umgangen.

Auch wenn auf dem Etikett steht, dass der Pelz in einem europäischen Land hergestellt wurde, schliesst das nicht aus, dass die Tiere dafür andernorts aufgezogenund geschlachtet wurden. Ein „made in Germany Gaewolf“ kann also ein Hundefell aus China sein, welches in Deutschland zum Pelzmantel verarbeitet wurde. Nicht selten wird sogar dreist falsch etikettiert und hinter 100% Polyester verbirgt sich Echtfell.

Die Felle sind billiger als Kunstpelz, daher werden daraus Mantelbesätze, Mützenbommel, Taschen, Schlüsselanhänger und als Gipfel der Perversion sogar Spielzeuge für unsere Hunde und Katzen hergestellt.

Der ahnungslose Verbraucher hält die flauschigen Haare oft für Kunstfell und kauft sogar guten Gewissens die geschmacklose Ware. Selbst die Verkäufer wissen oft nicht, was sie da verkaufen und geben falsche Auskünfte.

Darum gilt - Besser ganz auf Fell verzichten, also auch kein angebliches Imitat kaufen und vor allem, auch den noch so kleinsten unnötigen Fell-Bommel zum Anlass nehmen, sich für ein anderes Produkt zu entscheiden.

Categories: Informatives / Aktuelles

11
März
2014

Die Kirche hat die Tiere vergessen!

Die Kirche hat die Tiere vergessen! Unter diesem Motto findet am 20.04.2014Ostersonntag - eine konzertierte Aktion in mehreren deutschen Städten statt: Köln, München, Augsburg, Frankfurt, Leipzig und Hamburg.

VA Plakat allAuf der Suche nach der Ursache für das entsetzliche Leid, das Tieren zugefügt wird, kommt man an der Kirche nicht vorbei. Denn leider trägt die Kirche mit ihrer Lehre von der Sonderstellung des Menschen („Krone der Schöpfung“), seit Jahrhunderten eine große Mitverantwortung für die gesellschaftliche Verwurzelung eines Unrechtsgedankens gegenüber den Tieren. Tiere werden zu Nutztieren, zu Ausbeutungswesen ohne Seele degradiert. Und das Ganze ausgerechnet im Namen Gottes! Die kirchlichen Lehren stehen dabei im krassen Gegensatz zur Lehre Jesu Christi. Ein besonders absurdes Beispiel zeigt sich hier: [Fall St. Ottilien].

In München findet die Aktion auf dem Platz vor der Feldherrenhalle statt, gegenüber der Theatinerkirche. Die Ostermesse beginnt dort um 10:30 Uhr.

Das Münchner Tierschutztheater beabsichtigt, diese Aktion von Animal First durch eine kleine Performance zu unterstützen. Für diese spezielle Aktion werden noch Leute zum Mitmachen gesucht! Bei Interesse einfach melden. Vielen Dank im Namen der Tiere!

Kontakt:
Kathrin Eva Schmid, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Categories: aus dem Verein / Aktionen

03
März
2014

Heute ist „Tag des Artenschutzes“

Der Tag des Artenschutzes ist im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) eingeführt worden und findet jährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen, das am 03.03.1973 unterzeichnet wurde, sollen bedrohte wildlebende Arten (Tiere und Pflanzen) geschützt werden, die durch Handelsinteressen gefährdet werden.

Rund ein Drittel aller Arten sind gefährdet, und bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten sterben weltweit täglich aus. Dieser Wert liegt um das bis zu Tausendfache über der natürlichen Aussterberate.

Lebensraumverlust, Klimawandel, Wilderei und Chemikalien in natürlichen Kreisläufen machen vielen Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Hauptverantwortlicher dafür ist meist der Mensch. Doch immer wieder gibt es Arten, die sich nicht einfach geschlagen geben.

Der WWF stellt anlässlich des heutigen Artenschutztages einige verlorengeglaubte Arten vor, die wieder aufgetaucht sind (spektakulären Comebacks von Arten, die lange als ausgestorben galten):

Der australische Hörnchenbeutler
C-Frédy Mercay WWFDas Beuteltier, das nur im australischen Staat Victoria vorkommt, galt für fast hundert Jahre als ausgestorben. Es braucht tote Eukalyptusbäume um sein Nest zu bauen und ernährt sich von Insekten und Baumsäften. Hörnchenbeutlerjunge kommen bereits 15 Tage nach Zeugung zur Welt, um sich dann aber gleich im Beutel der Mutter zu verkriechen. Die Art ist mit rund 5000 Tieren nach wie vor sehr bedroht.

Das madagassische Fingertier
Das Fingertier oder Aye-Aye, ein nachtaktiver Lemur aus Madagaskar, galt anfangs des letzten Jahrhunderts als ausgestorben. Der Lemur hat einen langen, dünnen Mittelfinger, mit dem er Insekten aus Baumrinden klaubt. Von der lokalen Bevölkerung war er als Unglücksbringer verschrien und wurde deshalb fast ausgerottet. Heute kommt er wieder auf der ganzen Insel vor. Mit seinem heulenden Schrei übt er eine ungebrochene Faszination aus und viele Madagaskarreisende wünschen sich nichts sehnlicher, als diesen scheuen Lemur zu erspähen.

Der Galapagos Seebär
Auch grosse Meeressäuger wie der Galapagos Seebär verschwanden lange von der Bildfläche. Wilderer jagten die Art wegen ihrem begehrten Fell und dezimierten die Population derart stark, dass man sie bereits im 19. Jahrhundert für ausgestorben hielt. Der später gegründete Galapagos Nationalpark sorgte dafür, dass sich die kleine Restpopulation wieder erholte. Heute zählt sie wieder über 30'000 Tiere.
 

verwendetes Bild (australischer Hörnchenbeutler):
© Frédy Mercay / WWF



Categories: Informatives / Aktuelles

27
Februar
2014

Das Münchner Tierschutztheater feiert 5-jähriges Jubiläum


test  Das Tierschutztheater feiert heuer 2014 sein 5-jähriges bestehen und inszeniert zu diesem Jubiläum ein opulentes Bühnenstück: „Enrico und Zazalena“ ein fulminanter Liebes-Epos, der ins wilde Spanien entführt. Die Zuschauer erwartet ein bunter Mix aus praller Sonne, bewegendem Drama, herzergreifender Liebe, wilder Action und vielen tiefgreifendem Emotionen.

Stolz auf das bisher erreichte blicken wir zurück. Motiviert streben wir eine deutliche Steigerung an. Diesmal wollen wir es erheblich professioneller angehen. Wir tauschen die Straße, also das Spielen vor spontan stehenbleibenden Passanten auf Tierrechtsevents, gegen eine richtige Theaterbühne mit neutralem Publikum. Zudem verlassen wir die für uns übliche Ebene, der Inszenierung von Kurzstücken und avisieren eine für Theaterstücke übliche Länge an. Auch werden diesmal vorrangig erfahrenere Darsteller gesucht, wir werden dazu ein eigenes Casting veranstalten.

Die Aufführung ist am 24.08.2014 (Sonntag) in München. An drei aufeinander folgenden Tagen unmittelbar vor der Aufführung (Do-Sa) finden die Proben statt und sind verpflichtend. Zudem sind Einzel- oder Gruppenproben via Telefon und/oder Skype geplant, damit bis zum ersten persönlichen Treffen der Text im groben sitzt und erste Charakterzüge der Figuren geformt werden können.

Leider können wir keine Gage auszahlen. Der Antrieb mitzumachen, sollte also eher aus Spaß an der Sache sein, um ein ehrenamtliches Projekt zu unterstützen, den Tierschutz zu fördern, um Erfahrung/Referenzen zu Sammeln und ggf. wegen Material für ein Showreel. Fahrt- und Übernachtungskosten können wir nach Absprache erstatten.

Neben Darstellern suchen wir auch noch weitere Künstler (z.B. Musiker) und organisatorische Helfer für eine gelungene Umsetzung.
 

Enrico und Zazalena - Spanien, Stierkampf, Liebe & Tod“

       Derzeit suchen wir noch:

Hauptdarsteller/innen
Nebendarsteller/innen
Komparsen/innen

Musiker/Band
Maske
Maler&Bastler für Requisiten und Bühnenbild
Tänzer/innen (Paso Doble)

Regieassistenz
sonstige Helfer (für die Organisation) 

Fotograf/in*
Kameramann/frau*
*Das Stück soll aufgenommen werden, für unsere Homepage, als Erinnerung für alle Darsteller und damit sich die Mitwirkenden Showreel-Material daraus erstellen können.
 

Bei Interesse bitte Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: „Enrico und Zazalena“
Ansprechpartner: Kathrin Eva Schmid

Darsteller bitte mit Angabe von Name, Alter, Wohnort, Erfahrung, bevorzugte Rollen (gut, böse, traurig, wütend etc.), Foto und falls vorhanden Link zu Showreel.
Wir melden uns so schnell wie möglich mit den genauen Castingdaten.

Alle anderen bitte nur Name, Wohnort, Erfahrung und ggf. Link zu bisherigen Werken.

Sponsor


Wir suchen auch noch dringend Sponsoren! Wer dieses Projekt fördern möchte, kann sich ebenfalls über Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  bei uns melden.

Categories: aus dem Verein / Aktionen

08
Februar
2014

Es lebe der Tierversuch! Niederschmetterndes Urteil für Tierrechtler – Bundesverwaltungsgericht befindet die Kreiter-Affenversuche für rechtskräftig

Nach einem langen breit von der Öffentlichkeit verfolgtem Rechtsstreit wurden nun höchstrichterlich die negativ berühmten und großen moralischen Anstoß auslösenden Affen-Versuche von Prof. Kreiter für rechtskräftig erklärt.

C- by Linda Dahrmann pixelio.deBei diesen Versuchen werden Makaken (Affenart) Elektroden ins Gehirn operiert. Die Tiere werden dauerhaft unter Flüssigkeitsentzug gehalten, um sie dadurch gefügig zu machen und somit zur aktiven Mitwirkung am Experiment (Teilnahme an Aufgaben) zu zwingen, welche dann mit ein paar Tropfen Apfelsaft entlohnt wird. Die Affen leiden also permanent unter qualvollem Durst. Dabei müssen sie stundenlang, in einen sogenannten Primatenstuhl eingezwängt, stillsitzen und irgendwelche Aufgaben erfüllen (z.B. geometrische Formen am Bildschirm beobachten). Währenddessen werden ihre Hirnaktivitäten anhand der Elektroden gemessen. Prof. Kreiter praktiziert diese Versuche auf exakt diese Weise schon viele viele Jahre und hat sich damit viele Feinde gemacht.

Selbst die für Bremen zuständige Behörde, welche bei geplanten Versuchsvorhaben konsultiert werden muss, also jene, welche die Erlaubnis für sämtliche Tierversuche erteilt - und dies normalerweise auch außerordentlich freizügig tut - stieß bei Kreiter irgendwann auf ihre Toleranzgrenzen. Aufgrund der Tierart (hochentwickelt/Affen), der besonders hohen Belastungen für die Tiere und dem nicht greifbaren möglichen Nutzen für die Menschheit, wurde hier ausnahmsweise (und löblicherweise!) irgendwann keine Verlängerungsgenehmigung mehr erteilt.

Doch Kreiter weigerte sich die Entscheidung zu akzeptieren, entschloss sich die Genehmigung gerichtlich zu erstreiten und hatte damit leider auch Erfolg. Bereits das Oberverwaltungsgericht von Bremen gab Kreiter Recht. Es schloss sich seiner Sichtweise und Argumentation an. Die Versuche „[...] seien im Hinblick auf die hohe wissenschaftliche Bedeutung des Versuchsvorhabens ethisch vertretbar.[...]“ „[...] Auf der Grundlage der vorgelegten Sachverständigengutachten seien die Belastungen allenfalls als mäßig einzustufen. [...]“

Jeder zu Empathie fähige Mensch kann hier nur fassungslos den Kopf schütteln. Mäßig?makake-212824 150 Alle, die schon mal richtig heftigen Durst hatten, können sich die Leiden dieser Tiere sicher gut vorstellen. Mit Elektroden im Gehirn leben zu müssen, wird sicher auch nicht harmlos sein. Also unsereins (Mensch) hat schon Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt. 

Darüber hinaus ließ das Gericht auch keine Revision zu diesem Urteil zu. Die darauf von der Stadt Bremen eingelegte Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig stieß auf ebenso kaltherzige Ohren und wurde abgewiesen (jetzt aktuell). Das gegenständliche Urteil wurde für korrekt befunden, die Ausführungen dessen bekräftigt. Man verdeutlichte, [...] das der Genehmigungsbehörde bei ihrer Entscheidung kein Ermessen verbleibe. [...]“.Damit ist es nun endgültig - Kreiter darf weiter seine Affen quälen, solange er will, solange es ihm gefällt.

Für die Tierrechtsbewegung ist das ein absolut niederschmetterndes Urteil: Da es eben ohnehin schon eine absolute Ausnahme war, das hier sogar eine der sonst emotionslos bürokratischen, immer blind zustimmenden Genehmigungsbehörden, mal keine moralische Rechtfertigung erkennen konnte, sich zum Einhalt gebieten verpflichtet fühlte, Mut zur Ablehnung des Antrages aufbrachte, ein Ende setzen wollte; ja, weil dies wirklich eine regelrecht legendäre Ausnahme darstellt, darum handelt es sich hier auch um einen sogenannten Präzedenzfall, welcher maßgebend für alle künftigen juristischen Entscheidungen in Tierversuchsfragen sein wird. Künftig werden also weiterhin für jedes noch so absurde Versuchsvorhaben, ganz egal wie unvorstellbar die Leiden für die betroffenen Tiere auch sein werden, wohl immer rein obligatorisch Genehmigungen erteilt.

Das betrifft vor allem die sogenannte Grundlagenforschung, also die Forschung rein zum Erkenntnisgewinn, ohne konkrete Vorstellungen, inwiefern der Menschheit dieses Wissen jemals nützen könnte. Ihr sind die unvorstellbarsten Grausamkeiten der Tierversuchsgeschichte zuzuschreiben. In ihrem Namen nämlich kann selbst der unsinnigste, absurdeste, groteskeste Tierversuch, der nur reine individuelle Forscherneugier befriedigt und gar kein konkretes Anwendungsziel verfolgt (so wie eben die Kreiter-Versuche) beantragt werden. Tja und ab nun muss auch wirklich alles genehmigt werden bzw. kann auch eingeklagt werden. Praktisch war das zwar schon immer so, also alles zulässig, alles fleissig behördlich durchgewunken, alles wie eh und je. Aber mit dem aktuellen Urteil wurde die rechtliche Basis dafür frisch zementiert, ein neues modernes Fundament gelegt, juristisch unmissverständlich definiert und verbindlich öffentlich klargestellt, dass sich in rechtlicher Sicht noch lange nichts ändern wird. Aufgrund der im Grundgesetz verankerten Freiheit der Forschung hat jegliches persönliche Bedürfnis eines Forschers nach „Rumexperimentiererei“ absoluten rechtlich geschützten Vorrang und sämtliche Bestreben zur (gesellschaftlich gewünscht und geforderten) Wahrung der Belange der Tiere müssen davor zurückstecken. Forschung ist Grundrecht, Tierschutz nur Staatsziel.

Der Antrag auf Zulassung stellt damit nur eine reine Formsache dar, eine Prüfung oder gar Regulierung von Tierversuchen ist damit nicht möglich, da schließlich immer zugestimmt werden muss. Nur eine formale Hürde also, kein tatsächliches Kontrollorgan. Nüchtern betrachtet erfüllt diese Prozedur also lediglich eine Alibifunktion zum Zwecke der Volksberuhigung, denn damit wird der (falsche) positive Eindruck vermittelt, man würde staatlich regulieren und sei bemüht Tierversuche aufs „Notwendigste“ zu beschränken.

Der Tierschutz steht zwar seit 2002 im Grundgesetz, doch scheint er das Papier nicht wert zu sein, auf dem er steht. In der Gesetzgebung ist er leider wie man sieht noch nicht angekommen.

C- by S. Hofschlaeger pixelio.deEin herber Rückschlag nicht nur für den Tierschutz, sondern auch für die Demokratie. Kreiters Versuche werden von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Es wurden mehr als 100.000 Unterschriften überreicht. Doch die Belange der Bürger sind halt ebenso niederranging, wenn auf der anderen Seite eine mächtige, zahlungskräftige Lobby steht, welche Präzedenzfälle zum Erhalt ihrer absolut grenzenlosen Handlungsfreiheit schaffen muss.

Kreiter jedenfalls triumphiert. Seit bald zwei Jahrzehnten schon experimentiert er fröhlich in der Gegend herum, natürlich ohne jemals irgendetwas Brauchbares dabei herausgefunden zu haben. Er selbst jedoch zeigt sich seit jeher tief überzeugt von seinem Projekt und bewertet die möglichen daraus zu erlangenden Erkenntnisse als wissenschaftlich wertvoll. Im Laufe der Jahre stellte er sich immer wieder den Fragen seiner Kritiker, versuchte wenigstens etwas Sympathie für sein von der Öffentlichkeit schwer verurteiltes Handeln zu gewinnen, denn es gab unzählige Morddrohungen gegen ihn. Seine Familie und er standen unter Polizeischutz.

So richtig überzeugen konnte Kreiter seine Gegner bisher nicht, muss er nun aber auch C- by S.Geissler pixelio.denicht mehr - Dank dieses folgenschweren, unsere Gesellschaft in jeder Hinsicht beschämenden Urteils. Ach liebe Justizia, Du bist wahrlich blind!

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche äußerte sich in Form einer Pressemitteilung zum jüngsten Geschehen und erhebt darin öffentlich starke Kritik: „[...] ist es eine fatale Fehlentscheidung der deutschen Justiz, das Quälen von Tieren zum reinen Erkenntnisgewinn einzelner Forscher als rechtmäßig zu beurteilen. In Deutschland wird seit über 30 Jahren Hirnforschung an Affen betrieben, vorgeblich, um damit Krankheiten wie Epilepsie oder Parkinson verstehen zu können - Therapien für menschliche Erkrankungen resultieren daraus jedoch keine.

Dagegen kommt moderne und klinisch relevante Hirnforschung ganz ohne Tierleid dem Menschen zu Gute. An der britischen Universität Durham beispielsweise wird mittels Transkranieller Magnetstimulation Wahrnehmung, Lern- und Gedächtnisverhalten an Probanden gefahrlos erforscht. Neben der ethischen Vertretbarkeit ist von Vorteil, dass für den Menschen relevante Ergebnisse erzielt werden, was am Affenhirn naturgemäß nicht möglich ist, da sich Affenhirn und Menschenhirn maßgeblich unterscheiden.[...]

Nicht nur aufgrund ihrer Grausamkeit sind die Versuche also abzulehnen. Auch wissenschaftliche Gründe fordern dringend ein notwendiges Umdenken in der gesamten Forschungsbranche. Davon sind inzwischen zahlreiche Fachleute überzeugt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die moderne tierversuchsfreie Forschung irgendwann ihre Steinzeitkollegen wachrüttelt und diesem vorsintflutlichem Unfug durch simple technische Überholung ein Zwangs-Ende setzt, so wie das Handy die Wählscheibentelefone und der PC die Schreibmaschine ersetzte. Kreiters Äffchen ist aber sicher nicht mehr zu helfen.

 

Quellenangaben für die verwendeten Bilder:

Erster Makake, Portrait, im Gras:
© Linda Dahrmann  / pixelio.de

Gruppe/Menschenmenge/Crowd/Papierkette:
© S. Hofschlaeger  / pixelio.de  

Paragraf/Paragraph:
© S.Geissler  / pixelio.de 

 

 

Categories: Informatives / Aktuelles

03
Oktober
2013

Einen Versuch ist es wert

Frisch aus meinem wunderschönen und sehr erholsamen Türkeiurlaub zurück, möchte ich Euch von einer ganz besonderen Katze erzählen, die mir dort in Alanya begegnet ist.

Zunächst mal, in der Türkei gibt es leider immer noch sehr viele Straßenkatzen. Allein vor unser Haus kamen jeden Tag etwa 15 Katzen, die ich täglich füttern durfte. Meine süße Raubtierschar begrüßte mich immer sehr freudig und erwartungsvoll. Sie teilten sich in zwei "Schichten" auf. Morgens waren andere Katzen da als abends, aber es waren zur selben Tageszeit immer die selben Katzen da. Heutzutage geht es den Tieren in der Türkei deutlich besser, als noch vor ein paar Jahren. Tierschutz steckt dort zwar noch in den Kinderschuhen, aber es gibt inzwischen viele Türken, die sich für die Rechte der Tiere offensiv stark machen. Als letztes Jahr von der Regierung ein Gesetz herausgebracht werden sollte, welches die herrenlosen Hunde und Katzen von den Straßen tilgen und in die trockene Steppe verbannen und somit in den sicheren Tod schicken sollte, gingen viele Tausend Menschen in allen großen Städten auf die Straßen und protestierten. Es gab bewegende Bilder im Internet. Diese beeindruckenden Menschenmassen waren ein klares Signal und es zeigte Erfolg, diese grausamen Pläne sind -vorerst- vom Tisch. Derartig vulominöse Demonstrationen kommen in Deutschland leider nicht zustande, schon gar nicht für Tiere.

Trotzdem gibt es einfach sehr viele Katzen und nicht für alle diese Streuner ist genug Nahrung da. Schwache und kranke Tiere, sowie elternlose Babys müssen zurückstecken und werden dadurch immer noch schwächer. Ein Teufelskreis! "Natürliche Auslese" und trotzdem einfach grausam und traurig.

Nun zurück zu meiner Geschichte. Eine dieser vielen Samtpfötchen, um die ich mich tagtäglich kümmerte, sah ganz furchtbar schlecht aus: Sie war klapperdürr, regelrecht ein lebendes Skelett, das Fell war durch und durch dreckig und klebrig, fiel auch aus, sie hatte mehrere kahle Stellen mit trockener schuppiger Haut. Dazu kam eine offene Stelle am Mund aus der Speichel floß und zu allem Überfluß auch noch ein Schnupfen, mit dunkelgrünem Nasenausfluss, der sich bereits zu einem großen harten Klumpen formiert hatte. Das Leben war sichtlich aus ihren Augen gewichen, sie wirkten tot und leer. Man sah ihr an, dass sie sich selbst bereits aufgegeben hatte. Wenn ich Essen für alle verteilte war sie zwar immer anwesend, aber sie aß nicht, auch dann nicht, wenn ich es direkt vor ihrer Nase platzierte.

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Ich bekam großes Mitleid und beugte mich zu ihr runter, streichelte sie, wollte ihr Trost und Beistand schenken. Dann geschah es. Sie schien offensichtlich schon sehr sehr lange nicht mehr gestreichelt worden zu sein, denn sie saugte dieses kleine bischen Zuneigung auf wie ein Schwamm. Sie warf sich sofort auf die Seite, streckte sich mir entgegen. Sie führte ihren Kopf in meine Hand und sah mich an. Dann war es um mich geschehen, ich hatte mich in sie verliebt. Dieses geschwächte Tier verzerrte sich regelrecht nach Zuneigung und Aufmerksamkeit. Ich wollte ihr unbedingt wieder auf die Beine helfen.


 

P1020029Aber was sollte ich tun? Ich wusste, in zwei Wochen musste ich wieder abreisen und so wie sie aussah, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die paar Tage Pflege etwas nützen könnten. Dann entschloss ich mich, sie zum Tierarzt zu bringen. Mein Freund wollte mir das erst ausreden. Er meinte, so wie die Katze aussähe, war ihr wohl nicht mehr zu helfen und schon gar nicht mit einem einzigen Arztbesuch und ein paar Tagen zufüttern bis wir heimfliegen. Er meinte ausserdem, es gäbe so viele kranke Straßenkatzen, wo solle man da anfangen? Auch riet er mir, mich emotional nicht zu sehr auf sie einlassen, sie würde sicher eh in Kürze sterben und wir müssten auch bald heimfliegen, sie zurücklassen. Ich täte mir da nur selber weh. Da hatte er zwar schon recht irgendwo und klar, es gibt unzählige Straßenkatzen, alle kann man wirklich nicht retten. Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, sie im Stich zu lassen und weiterhin meinen Urlaub zu genießen und so bestand ich darauf, es wenigstens zu versuchen.

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Wir erkundigten uns nach einem guten Tierarzt und bekamen einen wärmstens empfohlen, doch er war etwas entfernt in Avsallar. Wir mieteten ein Auto für den nächsten Tag, denn gleich früh am nächsten Morgen wollten wir sie fahren. Zwischenzeitlich unterhielten wir uns mit den Anwohnern und erfuhren, warum diese Katze so schrecklich schmutzig war. Ein herzloser Tierfeind hatte vor ein paar Monaten Motoröl über sie gekippt, das hatte sich dann tief in Fell und Haut gesaugt. Man hatte bereits dreimal versucht sie zu waschen, leider erfolglos, das Öl klebte zu hartnäckig in den verfransten Fellresten. Bei ihren eigenen Versuchen sich zu putzen und das Öl aufzuschlecken, muss sie sich auch vergiftet haben, daher ihr schlechter Allgemeinzustand.

Am nächsten Tag machten wir uns wie geplant auf den Weg. Ich setzte mich extra neben sie auf die Rückbank um sie zu beruhigen, denn wir gingen davon aus, dass dieses wilde Straßentier in Angst und Panik bei einer Autofahrt geraten würde, doch sie war überraschend ruhig und brav beim Transport. Während der gesamten halbstündigen Autofahrt gab sie nicht einen einzigen Ton von sich - kein Miau, kein Fauchen, kein Knurren, nichts! Sie schien zu spüren, dass wir ihr nur Gutes wollten und vertraute uns vollends.

Beim Arzt verhielt sie sich ebenfalls äußergewöhnlich brav. Tapfer ließ sie die Untersuchung und das Blutabnehmen über sich ergehen. Dann verkündete er uns die erfreuliche Nachricht, dass dieses liebe Tier trotz ihres katastrophalen Aussehens erstaunlich gute Blutwerte hatte und auch sonst keine bedrohlichen Krankheiten zu haben schien, also durchaus wieder aufgepäppelt werden konnte. Wir ließen sie entwurmen und entflohen.

Der Arzt erklärte uns dann folgendes über sie. Die arme Kleine hatte (vermutlich durch das Öl) entzündete Zähne und von den entzündeten Zähnen eine Fistel im Mund, das war die offene Stelle, aus der der Speichel floß. Sie fraß also nur so wenig, weil sie Schmerzen im Mund hatte. Wir erhielten ein Antibiotikum gegen den Schnupfen und die Entzündung der Zähne und der Fistel.

Von da an holten wir sie jeden Morgen zu uns in die Wohnung auf den Balkon, gaben ihr das Antibiotikum und Nahrung soviel sie wollte und sie aß. Ja sie aß! Jeden Tag ein Schüsselchen mehr. Sie entwickelte einen gesunden Appetit. Nach dem Essen hielt sie immer ein kleines Schläfchen im Schatten auf einem Kissen, forderte anschließend ihre Streicheleinheiten von uns ein, von denen sie fast nicht genug bekommen konnte und anschließend, wenn sie unruhig wurde, brachten wir sie wieder nach unten. Ich nannte sie "Manejdah". Sie blühte in den wenigen verbleibenden Tagen sichtbar auf, fing sogar gegen Ende an zu streunen, wartete nicht mehr auf uns, sondern kam nur dann vorbei, wenn sie Lust drauf hatte.

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Als wir abreisen mussten ging es ihr wirklich sichtlich besser, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Aber es kommt noch besser - In weniger als zwei Wochen kommt eine Bekannte in die Türkei, die ein halbes Jahr in Side (ca. 1 Stunde entfernt) leben wird. Sie versprach uns extra für Manejdah nach Alanya zu fahren, die kleine Maus nach Side zu holen und dort 6 Monate intensiv gesund zu pflegen. Sobald Manejdah wieder einigermaßen fit ist, geht es auch nochmal zum Tierarzt und dann werden die Zähne gerichtet, die Fistel operiert, sie wird geimpft und kastriert, denn im derzeitigen Zustand war nichts davon möglich. Anschließend darf sie selbst entscheiden: zieht es sie eher raus zum Streunen, wird sie wieder in die Freiheit überlassen. Sollte sie sich aber vorrangig im Haus aufhalten und nach menschlichen Streicheleinheiten lechzen, dann darf sie sogar nach Deutschland und dort ein neues sorgenfreies Leben beginnen.

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Ich werde nie vergessen, wie sehr es mein Herz erwärmt hat, sie Tag für Tag aufblühen zu sehen und die grenzenlose Dankbarkeit in ihren Augen ablesen zu können. Es gibt kein schöneres erfüllenderes Gefühl, als solch einem hilflosen Wesen, solch einem Häufchen Elend neues Leben einzuhauchen, ihr Freude, Glück und eine Zukunft zu schenken und sie am Ende in Sicherheit zu wissen.

Für eine barmherzige Geste ist es niemals zu spät! Ob solch ein halbtot aussehendes Tier Überlebenschancen hat, kann wirklich nur ein Mediziner beurteilen. Man sollte niemals Mühen oder Kosten geizen, wenn man dafür Leben retten kann. Dass es tausenden anderen Katzen auf der Straße ebenfalls schlecht geht, ist auch kein Argumment, denn für diese eine hat es alles verändert. Für sie bedeutet es alles - ihr Leben.

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Categories: Erfahrungsberichte

03
Juli
2013

Brauchen wir denn immer dicke Kotschichten, fast komplett eingefallene Baracken und mittendrin verletzte und kranke Tiere, um eine Tierhaltung grausam zu finden?

Ein bewegendes Bild wurde mir von einer Tierfreundin aus München zugespielt. Sie war mit einer Freundin auf einem Bauernhof, um sich die Tierhaltung dort näher anzusehen.

Sie gaben vor, sich für Landwirtschaft zu interessieren und mit Tierschutz nichts am Hut Kalbzu haben. So bekamen sie näheren Einblick, der Plan ging auf. Es gelang ihnen dieses besondere Foto zu machen. Ohne weitere Kenntnis, mag man hier ein niedliches Kalb im kuscheligen Stroh sehen, ein friedliches Bild. Eine Vorzeigetierhaltung?

Doch tatsächlich erhält man hier einen Einblick in das tiefste Übel menschlicher Grausamkeit. Es handelt sich hier um ein frischgeborenes Kalb, nur fünf Stunden auf der Welt und schon von der Mutter getrennt, schon alleine isoliert in einer Box. Auf keinen Fall soll es wagen, etwas von der wertvollen Milch seiner Mutter zu trinken, der Milch die man noch verkaufen will.

Dem Kalb ging es deutlich sichtbar schlecht. Er hatte noch Schleim in der Lunge. Es zitterte und rief nach seiner Mama. Schreie, die Bauern nicht wahrnehmen.
 

Über Kühe sollte man folgendes wissen

Kühe sind genauso verschieden und haben genauso ausgeprägte Persönlichkeiten wie Menschen. Einige sind besonders klug, andere lernen eher langsam, manche sind schüchtern und zurückhaltend, andere freundlich und besonnen, wieder andere verschlagen usw. Sie können eine große Bandbreite an Emotionen empfinden. Dazu haben sie die Fähigkeit, sich über die Zukunft Sorgen machen zu können. Kühe trauern, wenn jemand, den sie liebten, gestorben ist. Sie können sogar Tränen über dessen Tod vergießen.

Außerdem sind sie sehr intelligente Tiere mit einem Langzeitgedächtnis. Tierverhaltensforscher haben herausgefunden, dass Kühe auf sozial komplexe Weise interagieren. Im Laufe der Zeit entwickeln sie Freundschaften oder grollen anderen Kühen grollen, die sie schlecht behandelt haben. Sie bilden innerhalb ihrer Herden soziale Hierarchien.

Die Forschung belegt, dass Kühe ganz eindeutig den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung kennen, was ein absolut zuverlässiges Zeichen für das Vorhandensein fortgeschrittener kognitiver Fähigkeiten ist.

Jede Kuh ist imstande, mehr als hundert Mitglieder ihrer Herde zu erkennen. Kühe gehen enge Freundschaften mit bestimmten Herdenmitgliedern ein. Besonders eng ist die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Kälber gehen Bindungen mit anderen Kälbern ihrer Altersgruppe ein.

Trennt man sie von ihren Familien, Freunden oder vertrauten Menschen, trauern Kühe über diesen Verlust. Wissenschaftler berichten, dass Kühe sichtlich bedrückt werden, selbst nach einer kurzen Trennung. Es gibt zahlreiche Berichte über Mutterkühe, die fanatisch nach ihren Kälbchen rufen und sie suchen, wenn man sie ihnen weggenommen hat.
 

Kälbchen leiden also wissenschaftlich nachgewiesen wie Menschen unter der Trennung ihrer Mutter, wie groß müssen also die Qualen dieses kleinen frischgeborenen Rinder-Babys gewesen sein? Alles nur für ein bischen Milch? Manchmal schäme ich mich sehr, ein Mensch zu sein.

Categories: Informatives / Aktuelles

15
Juni
2013

Verletzte Taube entdeckt – was tun?

Kürzlich nach der Arbeit habe ich direkt vor meiner Haustür eine verletzte Taube gefunden. Man sah auf einen Blick, dass sie verletzt war: an einem Flügel waren die Federn regelrecht rausgefetzt, zudem saß sie wie versteinert da, versuchte nicht vor mir wegzulaufen. Ich wusste erst mal gar nicht, was ich tun soll.

bird-18468 150Zum Tierarzt bringen? Die haben sicher schon alle zu. Eine Taube, ein Wildtier, behandelt die überhaupt jemand? Ich habe auch kein Auto. Außerdem müsste ich die Taube anfassen bzw. einfangen. Damit bereite ich ihr sicher Schmerzen und Stress, hinzu kommt der anstrengende Transport. Wenn ich dann überall vor verschlossenen Türen stehe oder abgewiesen werde, hätte ich das arme Tier völlig umsonst „gequält“. Könnte ein Tierarzt da überhaupt was machen? oder nur einschläfern? Tut man ihr damit überhaupt irgendwas Gutes? Angst, Stress, Schmerzen durch die Bewegung und den Transport – nur um am Ende zu sterben. Doch lieber in Frieden der Natur überlassen? All diese Fragen schossen mir durch den Kopf.

Sie sah mir direkt in die Augen. Ich entschloss mich, es zu versuchen. Ein Arbeitskollege fuhr uns ins Tierheim. Dort war zwar schon geschlossen, aber es war noch jemand da, der uns herzlich empfing. Man hätte die Taube kostenlos aufgenommen und auch behandelt, allerdings war kein Tierarzt mehr da, das Tier hätte also bis zum nächsten Tag aushalten müssen. Man empfahl uns daher in die nächste Tierklinik zu fahren, schrieb und die Adresse auf und rief sogar für uns an, kündigte unser Kommen an.

In der Tierklinik wartete man schon auf uns, wir kamen sofort dran. Leider musste die Taube eingeschläfert werden, aber man sagte mir, es wäre sehr gut gewesen, dass ich gekommen bin, die Taube musste entsetzliche Schmerzen haben. Sie hatte einen offenen Knochenbruch und dieser hatte sich schon infiziert. Man zeigte mir auch den herausragenden blutigen Knochen.

Auch wenn ich die Taube nicht retten konnte, so bin ich nun doch froh, dass ich sie hingebrachtdove-66390 150 habe. Eine Taube hat eben nicht die nötige Mimik uns zu zeigen, wie sehr sie leidet. Sie wurde von starken Schmerzen erlöst, die sie noch lange geplagt hätten. Am gebrochenen Flügel selbst wäre sie nicht gestorben, vermutlich aber an der Infektion. Möglicherweise wäre sie aber auch qualvoll verhungert oder aufgrund ihrer Wehrlosigkeit der Natur oder einem Menschen zum Opfer gefallen.

Schön finde ich, dass man mich sowohl im Tierheim als auch in der Tierklinik sofort freundlich
empfangen und ernstgenommen hat. Auch diese wilde Taube wurde als „Patient“ aufgenommen, untersucht, von Ihren Leiden erlöst. Da es sich um ein Wildtier handelte, wollte man auch kein Geld von mir.

Bitte schaut ebenfalls nicht weg, wenn Ihr ein Tier in Not entdeckt, denn sie können sich nicht selbst helfen und sind auf unsere Hilfe angewiesen.

Categories: Erfahrungsberichte

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