Erfahrungsberichte

23
April
2018

Eins minus Eins macht Zwei

Ein HappyEnd im Plüschpferd-Drama

Was war geschehen?

An den "Ostern vegan" wurde uns von unserem Infostand unser großes Stoffpferd geklaut. Für uns ist dieses Pferd ein wichtiges Requisit, denn wir benötigen es in unserem Stück "Auf'm Volksfest". Wir hätten also ein neues Pferd kaufen müssen. Da wir finanziell betrachtet kein sonderlich "gesegneter" Verein sind, traf uns dieser Diebstahl erstmal schwer.

Blog gestohlenes Pferd

Hinzu kam die emotionale Komponente. Das Pferd war eigentlich kein Geld mehr wert, denn es war sicherlich um die 10 Jahre alt, wir hatten es bereits gebraucht gespendet bekommen und es war schon seit mehreren Jahren im Einsatz. Außerdem war es an verschiedenen Stellen auch schon gerissen. Für den Dieb war diese "Beute" also eher wertlos. Für uns hatte dieses Requisit jedoch eine große Bedeutung. Das Pferdchen hat uns drei Jahre lang an jeden Infostand bundesweit begleitet und zahlreiche Auftritte mit uns gemeinsam bestritten.

Nachdem wir den ersten Schrecken etwas verdaut hatten, wurden wir aktiv. Wir fragten überall auf der Veranstaltung herum. Ein so großes Plüschtier muss doch irgendjemandem aufgefallen sein. Und tatsächlich, Zeugen hatten eine Gruppe damit gesehen, einen Junggessellenabschied. Leider wussten diese Zeugen zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass das Pferd uns gehört. Das kam erst heraus, als wir überall auf der Veranstaltung danach gefragt haben, dann erinnerten sich die Zeugen. Wir erhielten darüberhinaus die (bei einem Jungesellenabschied) nicht sonderlich überraschende Information, dass die Herren sichtlich angetrunken gewesen waren.

Wir schöpften also Hoffnung. Diese betrunkenen Junggesellen mögen ihre Aktion in diesm Moment sicherlich besonders lustig empfunden haben. Wir waren aber sicher, dass sie im Nachhinein keinerlei Verwendung für unser altes kaputtes Pferd haben würden. Vielleicht würden sie es zurückgeben?

Und so veröffentlichten wir einen emotionalen Aufruf mit Fotos auf Facebook und sprachen diese Leute eindringlich an: "Bitte zeigt Herz und bringt uns unser Pferd zurück." Der Beitrag hat viele Menschen berührt und fast 18.000 Personen erreicht, wie wir unserer Facebookstatistik entnehmen konnten. Sogar die Presse berichtete.

Blog Spende Ersatzpferd

Das HappyEnd: Die Diebe haben unser Pferd nicht zurückgegeben. Allerdings meldeten sich zahlreiche Menschen, die uns helfen wollten und so haben wir plötzlich ganz ganz viele Ersatzpferdchen als Spende angeboten bekommen. Wir wurden regelrecht mit Spendenangeboten "überschüttet". Alle konnten wir natürlich nicht annehmen.

Wir haben uns zwei davon ausgesucht, und zwar die, welche unserem alten am ähnlichsten waren. Wir haben deshalb gleich zwei Pferdspenden angenommen, weil wir nun erlebt haben, wie schnell eines abhanden kommen kann und weil wir es eben zu dringend benötigen, so dass wirklich immer eins garantiert da sein muss. Nun haben wir Ersatz, für alle Fälle.

Alle anderen Pferdchenspenden haben wir natürlich höflich abgelehnt, sind aber überwältigt, von dieser enormen Solidarität und Hilfsbereitschaft, die uns zuteil wurde. Und so wurde aus einem schrecklichen ein schönes Erlebnis.

Und plötzlich gilt: Eins minus Eins macht Zwei

Categories: Erfahrungsberichte, aus dem Verein / Aktionen

10
Juni
2014

Zu Besuch auf dem Ingolstädter Frühlingsfest

Herzlos! Ich war gestern zu Besuch auf dem Ingolstädter Frühlingsfest und bin dort auf ein Ponykarussell aufmerksam geworden. Dort mussten die Tiere bei extremer Hitze (ca. 32-33 Grad, schwüle Luft) in praller Sonne (Hälfte der Manege war sonneneingestrahlt) ihre Arbeit verrichten.

IMG 20140609 184438 bLaut Zirkusleitlinien (Seite 21 unter Punkt 5.) steht den Tieren jede halbe Stunde ein Richtungswechsel zu. Während meiner gesamten Anwesenheit auf dem Festgelände (18:30 - 21:05), liefen die Tiere in die selbe Richtung (umgekehrter Uhrzeigersinn). Ich konnte auch zu keiner Zeit eine Pause oder eine Versorgung mit Wasser wahrnehmen. Ich sah ca. im 10 Minuten Takt dort vorbei. Zwischen 20:15 und 21:05 Uhr (also 50 Minuten) war ich sogar ununterbrochen vor Ort.

Es stand etwas abseits ein blauer Eimer mit Wasser, der aber für die Tiere nicht zugänglich war. Ich konnte zu keiner Zeit feststellen, dass dieser rumgereicht wurde. Lediglich die Mitarbeiter dieses Reitbetriebs teilten sich eine Wasserflasche, wenn die Kinder durchgewechselt wurden, den Tieren schien dies nicht vergönnt. Zudem bezweifle ich, dass ein 10-20l Wasser Eimer für 6 Tiere gereicht hätte.

Die Augen von mindestens 3 Tieren waren stark gerötet.

Bitte kauft keine Fahrkarten für solch eine Tierquälerei!!! Es IMG 20140609 192914 bgibt andere Fahrgeschäfte, mit denen Ihr Euren Kindern eine riesen Freude machen könnt.

Nachtrag: Ich habe diesen verantwortungslosen Betrieb selbstverständlich bereits beim Veterinäramt Ingolstadt angezeigt. Eine Kontrolle ist wohl auch schon erfolgt. Aus Datenschutzgründen kann ich aber keine Ergebnisse erhalten.


Weitere Bilder auf Facebook.

Categories: Erfahrungsberichte

13
Mai
2014

Schenke einem Tier Dein Herz und Du bekommst das tausendfache zurück

- Eine Liebeserklärung an meine Katze -

Heute möchte ich Euch meinen Kater Krähe (dieser Name hat seinen Grund!) vorstellen. Krähe kommt aus der Türkei und wurde als Baby von einem Hund gebissen und schwerst verletzt zurückgelassen. Seine Gedärme sollen bereits herausgequollen sein. Glücklicherweise wurde er von einem barmherzigen Menschen gefunden, welcher ihn zum Arzt brachte und bereit war, die hohen OP-Kosten (ca. 1.000 EUR) zu übernehmen.P1020448

Sodann landete Krähe, damals noch unter dem Namen Bandit, in Deutschland und sollte dort ein besseres Leben führen. Doch Krähe hatte viel durchgemacht, war schwer traumatisiert und definitiv alles andere, als ein süßes braves Kuschelkätzchen. Er hatte zahlreiche schwere Verhaltensstörungen und war nur schwer zu ertragen. Am schlimmsten war das Geschrei – er fing ausnahmslos jede Nacht zu schreien an und hörte damit nicht mehr auf, bis morgens am hellen Tag, bis er vollkommen heiser war und es kein lautstarkes Mijauen mehr war, sondern eher ein geschwächtes Krächzen (Krähe! ... und jetzt wissen wir endlich alle, warum er so heißt...).

Keiner ertrug das und so wechselte er von Herrchen zu Herrchen. Irgendwann mussten wir ihn P1000021aufnehmen, anfangs eigentlich nur als Urlaubsvertretung während eines mehrmonatigen Auslandsaufenthaltes seines Dosenöffners. Auch wir waren am Anfang überhaupt nicht glücklich mit diesem Tyrannen und zählten die Wochen, bis wir ihn „zurückgeben" durften. Doch dann wurde Krähe krank und wir fingen an, uns Sorgen um ihn zu machen, dabei entwickelten wir Gefühle für ihn. Wir pflegten ihn gesund und erfreuten uns gemeinsam mit ihm an seiner Genesung. Wir öffneten uns seiner Art, seiner ganz speziellen eigenen Art und lernten positive Wesenszüge von ihm kennen. Als sein ursprüngliches Herrchen dann wieder zurück war, wollten wir ihn gar nicht mehr hergeben und das traf sich gut, denn jenes wollte ihn gar nicht mehr zurücknehmen.P1000024

Aufdann blieb Krähe bei uns. Ich gebe zu, dass es anfangs wirklich nicht einfach war und wir ihn trotz aller Tierliebe manchmal am liebsten „erwürgt" oder „aus dem Fenster geworfen" hätten. Aber mit viel Liebe, Geduld und Einfühlsamkeit konnten wir Krähe weiterentwickeln. Am wichtigsten dabei war ihn erstmal zu verstehen, statt wütend auf ihn zu sein, wenn er etwas anstellte. Er muss viel durchgemacht haben auf der Straße, was genau kann man nur mutmaßen, aber sicher waren es raue Bedingungen: Kampf gegen Hunger und Durst bei stärkster türkischer Hitze, nachts Gefahr durch Hunde, Hass von herzlosen Menschen und sogar andere, stärkere Katzen als Feinde im Kampf um das wenige zu findende Essen. Als Baby war er einfach der letzte, der eine Chance hatte, an frei zugängliche Nahrung zu kommen. Er konnte diese nur durch Menschen bekommen und in einem Land, in dem es von hungrigen Straßenkatzen nur so wimmelt, war dies nur möglich, in dem er auf sich aufmerksam machte. P1000023Vermutlich entwickelte er so, sein penedrantes Geschrei. Zudem ist es für ein Tier, das auf der Straße groß geworden ist, tun und lassen konnte was es wollte und jeden Tag so weit laufen, streunen und erkunden konnte, wie ihm der Sinn stand, schwer, sich auf eine verschloßene Stadtwohnung umzustellen.

Inzwischen hat Krähe sich bestens bei uns eingelebt und Vertrauen zu uns aufgebaut. Er weiß, das wir ihn lieben. Und wir lieben Krähe, wie ein eigenes Kind. Wir würden ihn um nichts auf der Welt eintauschen wollen und erfreuen uns jeden Tag daran, dass es ihn gibt. Er schenkt uns so viel Freude und Glück. Wir sind eine kleine Familie, mein Lebenspartner, ich und unsere kleine Krähe. Wenn wir mal für ein paar Tage nicht da sind, dann schicken uns die netten Menschen, die sich um unseren Liebsten kümmern, Bilder via WhatsApp und wir zerfließen regelrecht beim Anblick vor Erquickung und Sehnsucht und freuen uns schon auf daheim, denn „Zuhause" ist da, wo der Kleine ist.

P1000357Krähe, mein kleiner türkischer Herzensbrecher, ich liebe Dich! Danke, dass es Dich gibt!
Schenke einem Tier Dein Herz und Du bekommst das tausendfache zurück.

Eine Bitte an alle Leser: Holt Euch niemals ein Tier vom Züchter, sondern nur aus dem Tierheim bzw. dem Tierschutz (Gründe/Informationen findet Ihr [hier])!

Categories: Erfahrungsberichte

03
Oktober
2013

Einen Versuch ist es wert

Frisch aus meinem wunderschönen und sehr erholsamen Türkeiurlaub zurück, möchte ich Euch von einer ganz besonderen Katze erzählen, die mir dort in Alanya begegnet ist.

Zunächst mal, in der Türkei gibt es leider immer noch sehr viele Straßenkatzen. Allein vor unser Haus kamen jeden Tag etwa 15 Katzen, die ich täglich füttern durfte. Meine süße Raubtierschar begrüßte mich immer sehr freudig und erwartungsvoll. Sie teilten sich in zwei "Schichten" auf. Morgens waren andere Katzen da als abends, aber es waren zur selben Tageszeit immer die selben Katzen da. Heutzutage geht es den Tieren in der Türkei deutlich besser, als noch vor ein paar Jahren. Tierschutz steckt dort zwar noch in den Kinderschuhen, aber es gibt inzwischen viele Türken, die sich für die Rechte der Tiere offensiv stark machen. Als letztes Jahr von der Regierung ein Gesetz herausgebracht werden sollte, welches die herrenlosen Hunde und Katzen von den Straßen tilgen und in die trockene Steppe verbannen und somit in den sicheren Tod schicken sollte, gingen viele Tausend Menschen in allen großen Städten auf die Straßen und protestierten. Es gab bewegende Bilder im Internet. Diese beeindruckenden Menschenmassen waren ein klares Signal und es zeigte Erfolg, diese grausamen Pläne sind -vorerst- vom Tisch. Derartig vulominöse Demonstrationen kommen in Deutschland leider nicht zustande, schon gar nicht für Tiere.

Trotzdem gibt es einfach sehr viele Katzen und nicht für alle diese Streuner ist genug Nahrung da. Schwache und kranke Tiere, sowie elternlose Babys müssen zurückstecken und werden dadurch immer noch schwächer. Ein Teufelskreis! "Natürliche Auslese" und trotzdem einfach grausam und traurig.

Nun zurück zu meiner Geschichte. Eine dieser vielen Samtpfötchen, um die ich mich tagtäglich kümmerte, sah ganz furchtbar schlecht aus: Sie war klapperdürr, regelrecht ein lebendes Skelett, das Fell war durch und durch dreckig und klebrig, fiel auch aus, sie hatte mehrere kahle Stellen mit trockener schuppiger Haut. Dazu kam eine offene Stelle am Mund aus der Speichel floß und zu allem Überfluß auch noch ein Schnupfen, mit dunkelgrünem Nasenausfluss, der sich bereits zu einem großen harten Klumpen formiert hatte. Das Leben war sichtlich aus ihren Augen gewichen, sie wirkten tot und leer. Man sah ihr an, dass sie sich selbst bereits aufgegeben hatte. Wenn ich Essen für alle verteilte war sie zwar immer anwesend, aber sie aß nicht, auch dann nicht, wenn ich es direkt vor ihrer Nase platzierte.

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Ich bekam großes Mitleid und beugte mich zu ihr runter, streichelte sie, wollte ihr Trost und Beistand schenken. Dann geschah es. Sie schien offensichtlich schon sehr sehr lange nicht mehr gestreichelt worden zu sein, denn sie saugte dieses kleine bischen Zuneigung auf wie ein Schwamm. Sie warf sich sofort auf die Seite, streckte sich mir entgegen. Sie führte ihren Kopf in meine Hand und sah mich an. Dann war es um mich geschehen, ich hatte mich in sie verliebt. Dieses geschwächte Tier verzerrte sich regelrecht nach Zuneigung und Aufmerksamkeit. Ich wollte ihr unbedingt wieder auf die Beine helfen.


 

P1020029Aber was sollte ich tun? Ich wusste, in zwei Wochen musste ich wieder abreisen und so wie sie aussah, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die paar Tage Pflege etwas nützen könnten. Dann entschloss ich mich, sie zum Tierarzt zu bringen. Mein Freund wollte mir das erst ausreden. Er meinte, so wie die Katze aussähe, war ihr wohl nicht mehr zu helfen und schon gar nicht mit einem einzigen Arztbesuch und ein paar Tagen zufüttern bis wir heimfliegen. Er meinte ausserdem, es gäbe so viele kranke Straßenkatzen, wo solle man da anfangen? Auch riet er mir, mich emotional nicht zu sehr auf sie einlassen, sie würde sicher eh in Kürze sterben und wir müssten auch bald heimfliegen, sie zurücklassen. Ich täte mir da nur selber weh. Da hatte er zwar schon recht irgendwo und klar, es gibt unzählige Straßenkatzen, alle kann man wirklich nicht retten. Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, sie im Stich zu lassen und weiterhin meinen Urlaub zu genießen und so bestand ich darauf, es wenigstens zu versuchen.

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Wir erkundigten uns nach einem guten Tierarzt und bekamen einen wärmstens empfohlen, doch er war etwas entfernt in Avsallar. Wir mieteten ein Auto für den nächsten Tag, denn gleich früh am nächsten Morgen wollten wir sie fahren. Zwischenzeitlich unterhielten wir uns mit den Anwohnern und erfuhren, warum diese Katze so schrecklich schmutzig war. Ein herzloser Tierfeind hatte vor ein paar Monaten Motoröl über sie gekippt, das hatte sich dann tief in Fell und Haut gesaugt. Man hatte bereits dreimal versucht sie zu waschen, leider erfolglos, das Öl klebte zu hartnäckig in den verfransten Fellresten. Bei ihren eigenen Versuchen sich zu putzen und das Öl aufzuschlecken, muss sie sich auch vergiftet haben, daher ihr schlechter Allgemeinzustand.

Am nächsten Tag machten wir uns wie geplant auf den Weg. Ich setzte mich extra neben sie auf die Rückbank um sie zu beruhigen, denn wir gingen davon aus, dass dieses wilde Straßentier in Angst und Panik bei einer Autofahrt geraten würde, doch sie war überraschend ruhig und brav beim Transport. Während der gesamten halbstündigen Autofahrt gab sie nicht einen einzigen Ton von sich - kein Miau, kein Fauchen, kein Knurren, nichts! Sie schien zu spüren, dass wir ihr nur Gutes wollten und vertraute uns vollends.

Beim Arzt verhielt sie sich ebenfalls äußergewöhnlich brav. Tapfer ließ sie die Untersuchung und das Blutabnehmen über sich ergehen. Dann verkündete er uns die erfreuliche Nachricht, dass dieses liebe Tier trotz ihres katastrophalen Aussehens erstaunlich gute Blutwerte hatte und auch sonst keine bedrohlichen Krankheiten zu haben schien, also durchaus wieder aufgepäppelt werden konnte. Wir ließen sie entwurmen und entflohen.

Der Arzt erklärte uns dann folgendes über sie. Die arme Kleine hatte (vermutlich durch das Öl) entzündete Zähne und von den entzündeten Zähnen eine Fistel im Mund, das war die offene Stelle, aus der der Speichel floß. Sie fraß also nur so wenig, weil sie Schmerzen im Mund hatte. Wir erhielten ein Antibiotikum gegen den Schnupfen und die Entzündung der Zähne und der Fistel.

Von da an holten wir sie jeden Morgen zu uns in die Wohnung auf den Balkon, gaben ihr das Antibiotikum und Nahrung soviel sie wollte und sie aß. Ja sie aß! Jeden Tag ein Schüsselchen mehr. Sie entwickelte einen gesunden Appetit. Nach dem Essen hielt sie immer ein kleines Schläfchen im Schatten auf einem Kissen, forderte anschließend ihre Streicheleinheiten von uns ein, von denen sie fast nicht genug bekommen konnte und anschließend, wenn sie unruhig wurde, brachten wir sie wieder nach unten. Ich nannte sie "Manejdah". Sie blühte in den wenigen verbleibenden Tagen sichtbar auf, fing sogar gegen Ende an zu streunen, wartete nicht mehr auf uns, sondern kam nur dann vorbei, wenn sie Lust drauf hatte.

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Als wir abreisen mussten ging es ihr wirklich sichtlich besser, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Aber es kommt noch besser - In weniger als zwei Wochen kommt eine Bekannte in die Türkei, die ein halbes Jahr in Side (ca. 1 Stunde entfernt) leben wird. Sie versprach uns extra für Manejdah nach Alanya zu fahren, die kleine Maus nach Side zu holen und dort 6 Monate intensiv gesund zu pflegen. Sobald Manejdah wieder einigermaßen fit ist, geht es auch nochmal zum Tierarzt und dann werden die Zähne gerichtet, die Fistel operiert, sie wird geimpft und kastriert, denn im derzeitigen Zustand war nichts davon möglich. Anschließend darf sie selbst entscheiden: zieht es sie eher raus zum Streunen, wird sie wieder in die Freiheit überlassen. Sollte sie sich aber vorrangig im Haus aufhalten und nach menschlichen Streicheleinheiten lechzen, dann darf sie sogar nach Deutschland und dort ein neues sorgenfreies Leben beginnen.

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Ich werde nie vergessen, wie sehr es mein Herz erwärmt hat, sie Tag für Tag aufblühen zu sehen und die grenzenlose Dankbarkeit in ihren Augen ablesen zu können. Es gibt kein schöneres erfüllenderes Gefühl, als solch einem hilflosen Wesen, solch einem Häufchen Elend neues Leben einzuhauchen, ihr Freude, Glück und eine Zukunft zu schenken und sie am Ende in Sicherheit zu wissen.

Für eine barmherzige Geste ist es niemals zu spät! Ob solch ein halbtot aussehendes Tier Überlebenschancen hat, kann wirklich nur ein Mediziner beurteilen. Man sollte niemals Mühen oder Kosten geizen, wenn man dafür Leben retten kann. Dass es tausenden anderen Katzen auf der Straße ebenfalls schlecht geht, ist auch kein Argumment, denn für diese eine hat es alles verändert. Für sie bedeutet es alles - ihr Leben.

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Categories: Erfahrungsberichte

15
Juni
2013

Verletzte Taube entdeckt – was tun?

Kürzlich nach der Arbeit habe ich direkt vor meiner Haustür eine verletzte Taube gefunden. Man sah auf einen Blick, dass sie verletzt war: an einem Flügel waren die Federn regelrecht rausgefetzt, zudem saß sie wie versteinert da, versuchte nicht vor mir wegzulaufen. Ich wusste erst mal gar nicht, was ich tun soll.

bird-18468 150Zum Tierarzt bringen? Die haben sicher schon alle zu. Eine Taube, ein Wildtier, behandelt die überhaupt jemand? Ich habe auch kein Auto. Außerdem müsste ich die Taube anfassen bzw. einfangen. Damit bereite ich ihr sicher Schmerzen und Stress, hinzu kommt der anstrengende Transport. Wenn ich dann überall vor verschlossenen Türen stehe oder abgewiesen werde, hätte ich das arme Tier völlig umsonst „gequält“. Könnte ein Tierarzt da überhaupt was machen? oder nur einschläfern? Tut man ihr damit überhaupt irgendwas Gutes? Angst, Stress, Schmerzen durch die Bewegung und den Transport – nur um am Ende zu sterben. Doch lieber in Frieden der Natur überlassen? All diese Fragen schossen mir durch den Kopf.

Sie sah mir direkt in die Augen. Ich entschloss mich, es zu versuchen. Ein Arbeitskollege fuhr uns ins Tierheim. Dort war zwar schon geschlossen, aber es war noch jemand da, der uns herzlich empfing. Man hätte die Taube kostenlos aufgenommen und auch behandelt, allerdings war kein Tierarzt mehr da, das Tier hätte also bis zum nächsten Tag aushalten müssen. Man empfahl uns daher in die nächste Tierklinik zu fahren, schrieb und die Adresse auf und rief sogar für uns an, kündigte unser Kommen an.

In der Tierklinik wartete man schon auf uns, wir kamen sofort dran. Leider musste die Taube eingeschläfert werden, aber man sagte mir, es wäre sehr gut gewesen, dass ich gekommen bin, die Taube musste entsetzliche Schmerzen haben. Sie hatte einen offenen Knochenbruch und dieser hatte sich schon infiziert. Man zeigte mir auch den herausragenden blutigen Knochen.

Auch wenn ich die Taube nicht retten konnte, so bin ich nun doch froh, dass ich sie hingebrachtdove-66390 150 habe. Eine Taube hat eben nicht die nötige Mimik uns zu zeigen, wie sehr sie leidet. Sie wurde von starken Schmerzen erlöst, die sie noch lange geplagt hätten. Am gebrochenen Flügel selbst wäre sie nicht gestorben, vermutlich aber an der Infektion. Möglicherweise wäre sie aber auch qualvoll verhungert oder aufgrund ihrer Wehrlosigkeit der Natur oder einem Menschen zum Opfer gefallen.

Schön finde ich, dass man mich sowohl im Tierheim als auch in der Tierklinik sofort freundlich
empfangen und ernstgenommen hat. Auch diese wilde Taube wurde als „Patient“ aufgenommen, untersucht, von Ihren Leiden erlöst. Da es sich um ein Wildtier handelte, wollte man auch kein Geld von mir.

Bitte schaut ebenfalls nicht weg, wenn Ihr ein Tier in Not entdeckt, denn sie können sich nicht selbst helfen und sind auf unsere Hilfe angewiesen.

Categories: Erfahrungsberichte

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