Schweine

Die meisten Schweine in Deutschland werden in industriell geprägten Mastanlagen mit bis zu 60.000 Tieren gehalten. Sie sehen niemals Tageslicht und vegetieren in überfüllten strukturlosen Buchten mit Betonspaltenböden ohne Stroh und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Die Tiere haben weder Auslauf noch Suhl- und Scheuermöglichkeiten. Diese unnatürliche Haltung führt zu Gelenk- und Muskelkrankheiten, Kreislaufschwäche, schmerzhaften Druckstellen, Hautabschürfungen und Verletzungen an den Klauen.

stock-photo-16909995-pig-on-whiteGroße Nachfrage nach billigem Fleisch

Schuld an den Zuständen sind auch die Verbraucher, denn die Nachfrage nach Schweinefleisch ist groß. In Deutschland werden jährlich über 48 Millionen Schweine geschlachtet - Tendenz steigend. Da die Verbraucher billiges Fleisch bevorzugen, haben kleinbäuerliche Betriebe keine Chance. Der Markt wird beherrscht von Großproduzenten aus Holland und Dänemark.

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Schmerzhafte Eingriffe ohne Betäubung

Die Langeweile und der Stress in der Enge rufen Verhaltensstörungen hervor, die vom »Stangenbeißen«, über das sogenannte »Trauern« (dabei sitzt das Tier auf seinen Hinterläufen und lässt den Kopf vornüber hängen), »Schwanzbeißen« bis hin zum Kannibalismus reichen. Um zu verhindern, dass sich die Tiere gegenseitig die Schwänze abbeißen, werden diese bei den meisten Tieren kupiert - bis zum Alter von vier Tagen ist dies ohne Betäubung erlaubt.

Da der Verbraucher den typischen Ebergeruch im Fleisch nicht mag, werden männliche Ferkel in der ersten Lebenswoche für die Intensivhaltung schmerzvoll zurechtgeschnitten. Das Tierschutzgesetz erlaubt das Abschneiden von Ringelschwänzen und Hoden bis zum 4. bzw. 8. Lebenstag ohne Betäubung. Bisher wird auch dies ohne Betäubung im Akkord vorgenommen. Ein sehr schmerzhafter Eingriff, der zudem oft von Laien durchgeführt wird. EU-weit wird über eine Abschaffung der betäubungslosen Kastration diskutiert. Doch bislang ist sie noch erlaubt. NRWs grüner Umweltminister Johannes Remmel hat seit Januar 2011 per Erlass das Abkneifen der Ferkelschwänze bei vollem Bewusstsein ausgebremst. Tatsächlich aber müssten Bund und Länder das Operieren ohne Narkose im Tierschutzgesetz ausnahmslos verbieten

Das Elend der Zuchtsauen

Die allermeisten Zuchtsauen werden bis auf wenige Wochen im Jahr, einzeln in sogenannten Kastenständen gehalten. Diese sind so eng, dass sich die Tiere nicht einmal umdrehen können. Nach der Geburt kommt das Mutterschwein für drei bis vier Wochen in ein Abferkelgitter, in dem es ähnlich eng eingesperrt ist

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Aktuelle Studie stellt Tierquälerei in der EU fest

Einer Studie der »European Coalition for Farm Animals« (ECFA)* zufolge, die 2008 die Zustände in insgesamt 60 repräsentativen Betrieben in fünf EU-Staaten auswertete, wurden überall tierquälerische Bedingungen und Gesetzesübertretungen festgestellt.

Beispiele:

Fast 100 Prozent der Schweine hatten routinemäßig kupierte Schwänze (obwohl das routinemäßige Kupieren in der EU verboten ist - vorher müssen andere Maßnahmen ergriffen werden, um das Schwanzbeißen zu verhindern).

Viele Betriebe hatten den Tieren kein Beschäftigungsmaterial angeboten (obwohl das in der EU für neuere Anlagen ab 2003 vorgeschrieben ist).

Trächtige und säugende Zuchtsauen werden noch immer in Kastenstände gesperrt. Dies erlaubt die EU nur noch bis 2013.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte lehnt die gängige industrielle Schweinehaltung grundsätzlich ab, denn sie widerspricht dem Tierschutzgesetz, nachdem ein Tier seinen Bedürfnissen entsprechend verhaltensgerecht untergebracht werden muss. Die EU-Richtlinie muss verschärft werden, um das Leid der Schweine zu beenden.

* Die Europäische Nutztierschutzvereinigung ECFA, jetzt ENFAP, ist ein Zusammenschluss von Tierschutzvereinen in der EU, in dem auch der Bundesverband Menschen für Tierrechte Mitglied ist.

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Quelle: www.tierrechte.de

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