Ponyreiten

Ponyreiten InfomaterialUnter Ponyreiten stellen sich viele ein harmloses Kindervergnügen vor. Die Tiere traben augenscheinlich gemütlich in Schrittgeschwindigkeit im Kreis, tragen nur leichte Kinder am Rücken. Man neigt dazu, anzunehmen, dass sofern die Tiere gut behandelt würden, nichts dagegen einzuwenden sei.

Doch was dabei außer Acht gelassen wird: Die Tiere machen das den ganzen Tag, je nach Kundenandrang 10-12 Stunden, 7 Tage die Woche, von einer Kirmes zur nächsten, von Frühling bis Herbst, nahezu nonstop.

Die Tiere können weder pausieren, wenn es ihnen zuviel wird, noch haben sie Zugriff auf Wasser oder Nahrung, wenn sie Bedarf danach haben. Sie sind teils der prallen Sonne ausgesetzt und das auch bei höchsten Sommertemperaturen. Gerade bei Sonnenschiefstand und schräger Einstrahlung gibt es kein Entrinnen. "Freien" Pferden, die privat gehalten werden, steht auf ihren Koppeln ein Unterstand zu.

Doch am schlimmsten sind die gesundheitlichen Beschwerden, die mit dem Karusselbetrieb einhergehen. Durch das Zaumzeug und die dauernde Belastung sich im Kreis zu drehen, befindet sich der Hals der Tiere dauerhaft in einer Art Schiefstand, was ihnen Schmerzen verursachen und zu chronischen Leiden führen kann. Das ist längst durch veterinärmedizinische Gutachten nachgewiesen. Aus diesem Grund steht Karussellpferden laut den Leitlinien theoretisch jede halbe Stunde ein Richtungswechsel zu. Das Problem ist nur, er ist praktisch nicht durchführbar. Die Betriebe haben manche Pferde seit vielen Jahren im Einsatz und nie einen Richtungswechsel durchgeführt. Wenn zu viele Jahre vergangen sind, gewöhnen sich die Tiere nicht mehr daran und man würde ihnen nur noch mehr Streß und Leid zufügen, wenn man sie dann plötzlich dazu zwingt. Doch wenn alte Tiere wegen abnehmender Einsatzfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr rentabel sind und aus dem Betrieb ausscheiden, werden diese durch frische, leistungsfähige Tiere ersetzt. Junge Pferde, für die der Richtungswechsel zwingend notwendig wäre. Aber da alle Tiere schließlich in dieselbe Richtung laufen müssen und den alten nunmal kein Wechsel mehr beigebracht werden kann, müssen auch die Nachkömmlinge stets in die selbe Richtung laufen und zwar solange und so viele Jahre, bis sie selbst nicht mehr umgewöhnt werden können. Ein Teufelskreis! Die Veterinärämter kennen keine Lösung für dieses "Dilema" und fordern daher den aus tierärztlicher Sicht zwingend notwendigen und somit zurecht gesetzlich vorgeschriebenen Richtungswechsel von den Betreibern nicht ein. Dabei nehmen sie die später eintretenden körperlichen Leiden der Tiere billigend in Kauf.

Doch all das ist noch längst nicht alles. Pferde sind Fluchttiere und lärmempfindlich. Auf Volksfesten sind sie dauerhafter Beschallung durch die umliegenden Fahrgeschäfte ausgesetzt, für diese Tiere eine pure Qual.

Es handelt sich also keineswegs um ein harmloses Kindervergnügen, sondern um knochentreibende 7-Tage-die-Woche-Arbeit, um den Entzug der Freiheit, elementare Bedürfnisse wie essen, trinken oder schlafen stillen zu dürfen, um die Unmöglichkeit, sich Lärm, Hitze oder Sonne entziehen zu können, ihnen permanent hilflos ausgeliefert zu sein und um das unausweichliche Zusteuern bzw. sogar Zugetriebenwerden auf gesundheitliche Probleme, chronische Beschwerden und Schmerzen, durch permanente Schiefhaltung. Am Ende jahrelanger Tortur, bei Abnahme ihrer Leistungsfähigkeit, erwartet sie auch keine "Rente" (kein Gnadenbrot), sondern viel eher der Schlachter.

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