Das Leben der Rinder in Deutschland als „Nutztiere"

Milchkühe werden durch züchterische Selektion zu widernatürlichen Höchstleistungen gezwungen – mit gravierenden gesundheitlichen Folgen. So geben Kühe inzwischen im Durchschnitt zwischen 7 000 und 10 000 Liter Milch pro Jahr – in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war diese Menge noch um ein Zehnfaches kleiner. Für die Produktion dieser Milchmenge muss der Stoffwechsel der Kuh ständig Höchstleistungen erbringen, was zu gesundheitlichen Problemen wie z. B. Euterentzündungen führen kann. Damit die Kuh ständig Milch liefert, muss sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Die Kälber werden meistens direkt nach der Geburt von der Mutterkuh getrennt – eine Praxis, die für Mutter und Kalb traumatisch ist. Die meisten männlichen Kälber gelangen in die intensive Jungbullenmast und werden nach etwa fünf bis sechs Monaten geschlachtet. Die ›Hochleistungsmilchkühe‹ sind meist schon nach zwei bis drei Kälbern ausgezehrt und landen mit vier bis fünf Jahren auf dem Schlachthof – das natürliche Alter einer Kuh kann jedoch bis etwa 20 Jahre betragen.

Bei Kälbern werden die Hornanlagen entfernt, um den Umgang mit ihnen zu vereinfachen. Diese Eingriffe werden in der Regel ohne Betäubung durchgeführt – nach dem Tierschutzgesetz ist dies bis zum Alter von wenigen Tagen oder Wochen erlaubt und wird kaum in Frage gestellt, obwohl natürlich auch junge Tiere Schmerzen spüren.

Anbindehaltung ist bei erwachsenen Rindern erlaubt. Das bedeutet, man darf eine Kuh so eng anbinden, das sie sich niemals in ihrem Leben umdrehen kann, nur aufstehen und hinlegen. Auch die Haltung in absoluter Dunkelheit ist vollkommen legal.

Vor ihrer Ankunft im Schlachthof müssen die Tiere stundenlange Transporte ertragen.

Warmblütige Tiere müssen laut Tierschutzgesetz vor dem Schlachtvorgang – bei dem ihnen die Halsschlagadern zum Ausbluten eröffnet werden – betäubt werden. Die Betäubung wird durch Bolzenschuss vorgenommen. Häufig jedoch herrscht Zeitdruck und zum Teil findet die Schlachtung im Akkord statt, so dass es vorkommen kann, dass Tiere nur unzureichend betäubt werden. Dies kann dazu führen, dass sie den Tötungsschnitt und die anschließenden Stationen im Schlachtvorgang bewusst miterleben.

Quelle: www.tierrechte.de (Essen wir die Welt kaputt?)

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